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VfL: Starker Start, starkes Spiel, dann halt einen Punkten gegen Holstein Kiel

Dem Heimsieg gegen Darmstadt 98 folgte ein Unentschieden gegen den damaligen Spitzenreiter, den 1. FC Nürnberg. Und dann ein Auswärtssiege beim FC Ingolstadt 04. Könnte der VfL Bochum 1848 die Kurve kriegen? Mit der Frage ging ich zum Spiel am Samstagmittag 10.3. Der VfL empfing Holstein Kiel.

Und dann lief es auch. Der VfL Bochum fand immer wieder eine Lücke, einen ungedeckten Mann. Dann lief der Angriff. Zu Anfang passierte das öfter. Die Holsteiner stellten sich darauf ein. Dennoch: Der VfL war überlegen. Und so kam auch das 1:0 für den VfL.

Nach der Pause waren die Gäste aus Kiel verwandelt. Jetzt rollten die Angiffswellen nicht nur in Richtung des Tors der Kieler. Auch in die andere Richtung. Die Mannschaften waren ebenbürtig und griffen immer wieder das Tor des Gegners an. Und so kam nach 15 Minuten in der zweiten Halbzeit der Ausglech.

Aber das Spiel steigerte sich. Die Stimmung im Stadion auch. Wer hier das zweite Tor machen würde, war eine Glücks- und Zeitfrage. Die letzte Viertelstunde war Spannung pur. Am Ende dann 1 Punkt für die Gäste wie die Gastgeber.

In der ersten Halbzeit hatte der VfL die Hoffnung erfüllt, aber in der zweiten Hälfte kam die Realität zurück. Der VfL Bochum 1848 steht einen Punkt vorm Relegationsplatz raus aus der 2. Liga. Krass #Ziel 1 drin bleiben… In der Halbzeit hängt da immer eine Werbung im Tor, die vom Aufstieg spricht. Allerdings können drei Punkt in einem Spiel auch eine merkliche Reise nach oben bedeuten in der Tabelle. Die Vereine liegen mit den Punkt eng zusammen. 35 Punkte ist der Durchschnitt.

Nimmt der Club dem VfL die Punkte?

Am Sonntag geht’s wieder ins Ruhrstadion. Eigentlich bin ich schon zufrieden, wenn es ein Unentschieden gibt. Die Heimniederlagen gegen den MSV und die Arminia sitzen mir noch in den Knochen. Der Club steht auf Platz 1. Und der VfL bemüht sich, aus dem Abstiegskampf herauszubleiben.

Und da ist dann noch die Häme. Gerade 1 1/2 Jahre ist es her, da brachte der VfL dem Club eine niederlage bei. Nach einem irren Spiel, endete es 4:5 – auswärts für den FCN. Damals hieß es: „wieder keine Punkte für den Club“. Ein Traum, wenn es wieder so käme. Schön, wenn es nicht hieße: keine Punkte für den VfL.

Der 1. FC Nürnberg ist Tabellenführer in der 2. Bundesliga. Er hat 18 Punkte mehr als der VfL Bochum 1848, der auf Platz 14 weilt. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass der Kader des VfL nur einen Ausfall zählt. Gelingt es damit das derzeit beste Team im Angriff zu neutralisieren. Abseits des Platz war es um den VfL zuletzt nicht gut bestellt. Das hilft nicht.

Der Club ist der klare Favorit.

Polizei: Ruhiger Einsatzverlauf – trotz Schlägereien mit Dynamo-Fans

Wie die Wahrnehmung verschiedener Menschen unterschiedlich sein kann. Nach dem Spiel des VfL Bochum 1848 gegen die SG Dynamo Dresden kam es im Umfeld des Ruhrstadions zu Schlägereien. Meine Bilder entstanden hinterm Parkhaus am Stadionring. Zu sehen sind Dynamo-Fans die auf Polizisten einschlagen – über die Leitplanken hinweg. Das war schon krass. Ein Trikotträger geht zur Leitplanke, schlägt über diese hinweg auf einen Polizisten.

Freunde sagen mir, das war noch harmlos. Ich will mich daran aber nicht gewöhnen.

Und dann lese ich eine Pressemitteilung mit dieser Überschrift: „VfL Bochum – SG Dynamo Dresden – Ruhiger Einsatzverlauf für die Bundespolizei“ (27.08.2017) Das irritiert.

Klar, hier geht es ’nur‘ um die Bundespolizeit. Am Standion war die Landespolizei zuständig, zu der auch die Bereitschaftspolizei gehört. Dennoch hier der Schluss der Pressemitteilung:

Die Abreisephase nach dem Spiel verlief friedlich und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Die Bundespolizei leitete sechs Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoff, Versammlungs- und Waffengesetz, Beleidigung, Nötigung und Hausfriedensbruch ein.

Text und Bilder passen für mich da nicht zusammen. Das wirkt wie eine Satire, und das führte zu dieser Satire, in der Text und Bild nicht zusammenpassen.
Die Bilder erinnern mich daran, weshalb in Bochum für Teil der Innenstadt ein Glasverbot erlassen würde. Das gilt gerade zu den Zeiten des Auf- und Abzugs sogenannter „Fans“. Solche wie hier im Bild.

Welch ein Kontrast. Und dann kam noch jemand auf mich zu, der sich als Polizist vorstellte und mir das Filmen untersagen wollte. Als ich ihn nach Namen, Dienstausweis und Dienstnummer fragte,
wurde ich dann laut. Nichts davon war erhältlich. Am Ende war’s dann doch kein Polizist.

VfL-Trainerwechsel: Neururer bleibt Feuerwehrmann

Er soll ein Prima-Typ sein, aber er hat es nicht raus, eine Mannschaft dauerhaft zum Erfolg zu führen. Die Chance hatte Peter Neururer beim VfL Bochum, bei dem er sich jetzt zum zweiten Mal als Trainer verabschiedet. Am Dienstagmorgen kam die Meldung, dass der VfL Bochum Neururer beurlaubt. Misstöne zwischen Sportvorstand und Trainer waren kurz zuvor öffentlich geworden, siehe Reviersport am Vortag. Am Wochenende hatte der VfL zuhause 3:3 gegen den Tabellenletzten der 2. Bundesliga gespielt, zuvor auswärts verloren. Der Verein vonne Castroper steht auf Tabellenplatz 10.

Peter Neururer hat die Profis des Vfl Bochum 1848 mehrmals gerettet. Es ist erstaunlich, wie er als neu geholter Trainer eine personell unveränderte Mannschaft umkrempeln und zum Sieg führen kann. Ich hab‘ das selber im Stadion gesehen. Aber ach, es ist nicht von dauerhaftem Erfolg. Wie auch immer er diese Euphorie bei der Mannschaft und den Fans des VfL Bochums entfacht, auch ist ihm das nicht immer so gelungen. Zuvor waren der MSV Duisburg und Hannover 96 nicht mit den kurzfristigen Ergebnissen nicht zufrieden.

Neururer hat großen Beitrag zur Vereinsgeschichte geliefert

In der Vereinsgeschichte hat sich Peter Neururer aber tief eingegraben, nicht nur durch den verhinderten Abstieg aus der zweiten Bundesliga. Er hat den VfL erfolgreich und sofort aus der 2. wieder in die 1. Bundesliga geführt, sogar an die Tabellenspitze und dann zu einem UEFA-Cup-Platz. Aber dann war auch wieder Schluss. Der VfL konnte die Erfolge nicht fortsetzen. Neururer ging vereinbart, als der VfL Bochum wieder in der 2. Bundesliga angekommen war. Den Weg daraus hat er auch in Neururers zweiter Periode beim VfL nicht gefunden. Die Vergangenheit zählt nicht, nur die Zukunft.

Den Ruf eines „Feuerwehrmanns“ hat er sich durch viele kurzzeitige Engagements (Hertha, 1. FCK, Fortuna Düsseldorf) erworben. Auch wenn er in Bochum 2001-2005 länger als seine „magische“ Haltbarkeitsdauer von 2 Jahren war und offensichtlich bemüht war, diesen Trend zu durchbrechen, so ist es nicht gelungen. Den VfL-Profis hatte er zuletzt am 8. April 2013 übernommen. Den Ruf des Feuerwehrmanns, der länger nicht zu gebrauchen ist, hat er jetzt für die Profi-Liga definitiv weg.

Die Begründung „vereinsschädigendes Verhalten“, vorgetragen von Sportvorstand Christian Hochstätter, sehe ich mehr als den Anlass an statt den Grund an. Der Trainer scheint nicht die mittelfristige erwünschte Rückkehr in die 1. Fußballbundeslia zu garantieren. Vertrauensverlust.

Aus für VfL-Frauenfußball: Der 12. Mann sind nur Männer

Sonntag. Die Sonne scheint, 20 Grad. Ich bin anne Castroper. Der VfL Bochum führt. Ein Vater bestätigt seinem kleinen Sohn: „Nee. Hier gibt’s keine Anzeigentafel.“ Ich bin „hinterm Stadion“, auf dem Leichtathletikplatz. Die VfL Bochum 1848 Damen spielen gegen den VfL Wolfsburg II.

Unsre Heimat, unsre Liebe, in den Farben Blau und Weiß

Schiedsrichterinnen für den Erhalt des Frauen- und Mädchenfußballs
Schiedsrichterinnen für den Erhalt des Frauen- und Mädchenfußballs
Seit der Verkündung der Entscheidung, die Frauenabteilung mit allen Mannschaften zu schließen, haben die Zuschauerzahlen zugelegt. Im Spiel gegen Recklinghausen waren es 500. Heute sind 1.062 Zuschauer anne Castroper gekommen. Ein Rekordbesuch, wie die WAZ angekündigt hatte. Am Montag nach dem Spiel steht die Entscheidung der VfL- Mitgliederversammlung über die Schließung an, erläutert der Stadionsprecher in der Halbzeitpause über die Lautsprecher. Vorher lief das Lied von unserer Heimat und unserer Liebe.

Für VfL-Trainer ist Frauenfußball Luxus

Der VfL-Vorstand will mit dem Aus für die insgesamt fünf Frauenteams 150.000 € einsparen. Trainer Peter Neururer spielt mit seinem Profiteam in der 2. Bundesliga – wie das höchste Damenteam. Er unterstützt die Linie des Vereinsvorstands, das Geld für andere Zwecke einzusparen. Um wieder Erstklassig zu werden, heißt es. Gegenüber BILD sagte er zu den fünf Frauenteams des VfL: „Diesen Luxus können wir uns nicht erlauben!“ Der 12. Mann des VfL besteht aus seiner Sicht offensichtlich nur aus Männern. Das kann nach Hinten los gehen, wenn ein Teil der Fans nicht unter den Aktiven sein darf.

Bochumer Jungen und Mädel?

Kein Herz für Frauenfußball
Kein Herz für Frauenfußball
Es ist eine Sache, nichts für den Frauenfußball zu tun. Es ist eine andere Sache, etwas gegen den Frauenfußball zu tun. Die Entscheidung des VfL, den Frauenfußball einzustellen, kann bei einem Verein, der so viel von der Stadtverwaltung, von öffentlichen Unternehmen wie Stadtwerke und Sparkasse profitiert, nicht ohne Echo bleiben. Stadion, Stadioncenter und sogar der Stadionname gehören der Stadt oder einer ihrer Tochtergesellschaften. Die Stadtwerke Bochum zahlen an den VfL für den Stadionnamen „rewirpower-Stadion“; das Stadion ist für einen kleinen Euro von der Stadt gepachtet.

Auch der bereits entstandene Imageschaden ist mit einer Korrektur der Entscheidung nicht mehr wett zu machen. Auf Großplakaten hat der VfL in Vorjahren um „Bochumer Jungen und Mädel“ als Neumitglieder geworben. Die Mädel interessieren jetzt nicht mehr. Sind wir nicht alle Bochumer?

Frauen kommen im Leitbild des VfL nicht vor

Ein Verein, der so viel unterstützt wird, darf sich nicht gegen einen breiten gesellschaftlichen Konsens wie die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter wenden. Das mag den Unterschied im großen Aufschrei über die Einstellung der Damenabteilung erklären. Die SG Wattenscheid hat sich ihrer Frauenabteilung leiser entledigen können; die spielten 1. Bundesliga. Vielleicht bekommt sie weniger Geld oder hat nicht so intensiv um Frauen geworben.
Im Leitbild des VfL Bochum steht zwar was von Gleichheit, aber Frauen kommen unter der Überschrift „Soziale Verantwortung“ nicht vor:

Wir verpflichten uns den Werten des Sports:Toleranz, Fairplay, Solidarität und Gleichheit leben wir vor. Unsere Gemeinschaft integriert Fans unterschiedlichster Herkunft, unabhängig religiöser Überzeugung und kultureller Wurzeln.

Zwei Mädchen im VfL -Teamoutfit sammeln Unterschriften für den Erhalt der Damenabteilung. Die 11-Jährige gibt mir einen Stift und sagt zur längeren 12-Jährigen: „Mach Rücken.“ Auf ihren Polo-Shirts prangt das Sponsorenlogo der öffentlich-rechtlichen Sparkasse Bochum. „Gut.“

Das Spiel endete unentschieden 2:2

VfL Bochum 1848 Damen vs. VfL Wolfsburg II: 1062 Zuschauer
VfL Bochum 1848 Damen vs. VfL Wolfsburg II: 1062 Zuschauer

Der VfL, das Stadion, Stadioncenter und die Stadt

Stadion an der Castroper Straße, BochumDie Stadtwerke Bochum GmbH – im Besitz der Stadt Bochumwill für weitere fünf Jahre zum Preis von 7,5 Mio. € die Namensrechte am Ruhrstadion erwerben, dass dann weiterhin „rewirpowerstadion“ heißen soll. Das heißt dann Sponsoring. Und an sich sind die Stadtwerke ja frei, wem sie Geld für ihre Öffentlichkeitsarbeit geben. Sie wollen es dem VfL Bochum und seinem Stadion geben.

Dem VfL sein Stadion? Nun ja, das Stadion gehört der Stadt Bochum, das Stadioncenter dahinter gehört der VfL Bochum-Stadioncenter GmbH. An der sind auch die Stadtwerke Bochum GmbH und eine weitere Tochtergesellschaft der Stadt Bochum, die Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH, beteiligt.
Das Stadion ist von der Stadt Bochum – ja, was? – sagen wir mal im Rahmen eines „Benutzungs- und Betreuungsvertrags“ – und jetzt mal extra in Anführungsstrichen – „gemietet“. Letzlich gehört das Stadion also der Stadt Bochum.

Die Geschichte lässt sich also auch so lesen: Die Stadt Bochum kauft mit dem Geld einer städtischen Tochtergesellschaft den Namen eines Stadions, das ihr selber gehört.

Der Benutzungs- und Betreuungsvertrag zum Stadion wurde von der Stadt Bochum gekündigt, übrigens aus haushaltsrechtlichen Gründen, das liest sich in einer Drucksache der Stadtverwaltung aus Oktober 2010 wie folgt:

Aus Sicht der Verwaltung und des Vereins gibt es verschiedene Gründe, der „automatischen“
Verlängerung des Vertrages bis zum 31.12.2010 zu widersprechen und den Vertrag in Teilen zu
überarbeiten:

Eine „automatische“ Verlängerung würde der Maßgaben der derzeitigen haushaltsrechtlichen
Rahmenbedingungen nicht entsprechen, die die ernsthafte Prüfung der Kündigungsmöglichkeit
vorsieht.

Die Stadt Bochum wird dem VfL also etwas mehr für das Stadion abnehmen müssen? Und die Stadtwerke sponsern den Namen des stadteigenen Stadions? Da der Name bereits die letzten Jahre „rewirpowerstadion“ war, wäre das eigentlich keine zustimmungspflichtige Angelegenheit des Stadtrats. Dieser wird sich aber damit sicher befassen, denn dafür ist das Thema bereits zu strittig. Man spricht hier auch vom 2. Haushalt, was hier über städtische Tochtergesellschaften finanziert wird. Das direkte Sponsoring ist steuerlich günstiger als ein Zuschuss aus dem städtischen Haushalt nach vorheriger Einnahme eines Gewinns von der bzw. den Tochergesellschaften. Allerdings wäre so ein Zuschuss angesichts der Haushaltslage der Stadt Bochum gar nicht möglich. Es sei noch mal auf die oben genannten Gründe verwiesen, die zu einem neuen Vertrag über die Nutzung des Stadions führen werden.

Da läuft also erheblich Geld am städtischen Haushalt vorbei, um dem VfL vermeintlich zu helfen. Besser wäre es doch Geld von außerhalb der städtischen Einflusssphäre käme herein.
Als Gegenargument wurde mir von einem Befürworter geantwortet, dass die Stadtwerke dann auch das Sponsoring für sämtliche anderen Vereine einstellen müssten. Nun ja, denke ich mir: Die sind meist keine Profisportvereine, die Beträge sind geringer und erreichen mehr Sportler und das Geld für den Stadionnamen fehlt dort ja auch, oder?

Nur zur Selbstvergewisserung: Ich gehe heute ins Stadion und feuer den VfL an, nicht die Fortuna. Aber ich bin auch dem Wohl der Stadt verpflichtet. Und da stelle ich mir drei Fragen in dieser Reihenfolge, aber mit steigender Bedeutung:

  • Nützt dieses Geschäfts dem VfL Bochum?
  • Nützt dieses Geschäfts den Stadtwerken mit ihrer „rewirpower“-Marke?
  • Nützt dieses Geschäft der Stadt Bochum?

Bisher kenne ich nur Zeitungsberichte …

Der unbeugsame VfL Bochum: Vom Debakel zur Siegesserie


Die 87. Minute brachte am Sonntag die Erlösung: Endlich stand das 2:1 für den VfL Bochum im Spiel gegen den drittletzten der 2. Bundesliga, Rot-Weiß Oberhausen (RWO). Es war eine schwere Geburt, denn in den beiden Minuten zuvor wurde auf der Tribüne im mich herum wieder diskutiert, warum es eigentlich nicht so richtig lief. Die Bochumer spielten zu langsam, liefen nicht schnell genug oder kämen nicht so schnell rüber in die gegnerische Hälfte. Ich würde mal sagen, der Spielaufbau dauerte jeweils zu lange. Gute Leistung zeigte aber auch der gegnerische Torwart.
Dennoch am Ende stand der erlösende Sieg für den VfL, der damit mit 40 Punkten auf Platz 3 der 2. Fußballbundesliga steht, punktgleich mit dem aufgrund der besseren Tordifferenz zurzeit auf Platz stehenden FC Augsburg.

Unbeugsam
Und dass der VfL Bochum da nun steht, ist ja wieder was ganz Besonderes. Dorthin gebracht hat ihn eine Serie von 8 Siegen in Folge. Mehr als 24 Punkte lassen sich da nicht rausholen. Insgesamt sind das dadurch 60% der Punkte durch 38% der Spiele – und nur der letzten 8.

Lars Lammert hatte heute die Kollegen bereits an ein Gespräch nach der Niederlage gegen den jetzt Zweitletzten, damals das Schlusslicht, in der Tabelle erinnert, das ich unter „Das vollkommene Debakel des VfL“ wiedergegeben hatte:

Was beleibt mir zu hoffen? 1. Den Abschluss der Neuaufstellung bei den Funktionären. 2. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. 3. Das Ende der Saison. 4. Einen Austausch von großen Teilen der Mannschaft. Kurz: Ein vollständiger Neuanfang. Seufz.
Lars Lammert versuchte heute Hoffnung zu verbreiten, dass es dem VfL in einer früheren Saison zu Weihnachten schon einmal sehr schlecht ging, er dann aber dennoch wieder aufgestiegen sei. Die Worte hör’ ich wohl …

Die WAZ schrieb von der „Stunde Null“ und wo steht der VfL jetzt? Ja, genau auf DerWesten.de kann jetzt abgestimmt werden, ob davon ausgegangen werden kann, ob es für den VfL am Ende für einen Aufstieg als Erster bzw. Zweiter der Liga oder aber nur für die Relegation reichen wird. Die Perspektive ist auf jeden Fall wieder da, mit den 8 Siegen in Folge erkämpft. Noch sind es aber auch 13 anstehende Spieltage.

Zu diesem Zeitpunkt muss ich sagen, dass der VfL seinem Leitbild mit diesem Erfolg treu bleibt. Er zeigt sich unbeugsam. Noch kann ich es nicht richtig im Bauch fühlen, aber der Kopf folgt hier den Zahlen. Und daher denen das Kompliment, die das geschafft haben, was sich wie folgt im Leitbild des VfL steht:

unbeugsam
Die Geschichte unseres VfL Bochum 1848 ist ein Spiegel der Geschichte des Ruhrpotts: oft unterschätzt, von Großen bedrängt und geprägt durch Widrigkeiten, Rückschläge und Niederlagen – aber immer noch da!

Gestern, heute und morgen: Wir trotzen selbstbewusst den Widrigkeiten, kämpfen gemeinsam gegen Rückschläge und bleiben auch bei Niederlagen fair!

„Nicht unter kriegen lassen“ ist unser Antrieb, „immer wieder aufstehen“ unser Prinzip, „trotzdem“ unser Motto!


Siehe auch WAZ: „VfL Bochum stellt Vereinsrekord auf“ (Michael Eckhardt, 06.02.2011)

Das vollkommene Debakel des VfL Bochum

Andere stehen auf Lack und Leder, lassen sich auspeitschen… ich hingegen bin Fan des VfL Bochum. Ich gehe nicht unter die Fußballkommentatoren, aber der große Frust, den ich zurzeit bei Besuchen von Heimspielen erfahre, muss mal gefasst werden. Es ist ja nicht nur, dass einfach nur die anderen gewinnen. All die Bausteine, die den VfL – also den Bundesligaclub – zu dem machen, was er für mich war, stimmen nicht mehr.

Da hätten wir die Mannschaft. Vier Spieler wurden nach nächtlichem Ausflug ins Kneipenviertel Bermuda-Dreieck (schönes Bild, Ort nicht wörtlich) suspendiert. Das wirft einen tiefen Blick ins Team, aus dem einige weg wollen, einige weg sollen, einige nicht weg können. Neben Gerüchten gibt es dazu lautstarke Forderungen von Fans.

Drittes Element sind die Fans. Es ist nicht schön, wenn kaum Ingolstädter Fans im Stadion sind. Es gibt keine Fangesänge für die Gäste, aber gegen die Gastgeber – aus der eigenen Kurve. Lange war ich nicht so froh über meinen Tribünenplatz. Den Frust in der Kurve kann ich nachvollziehen. Er erhöht aber auch das individuelle Leid der Fans. Die gerade mal 9.000 Fans im Stadion könnten beim Freitagspiel gegen Paderborn noch unterboten werden. In der Kurve wird auch mal – ich sag‘ mal – übertrieben. Ich denke immer wieder mal an das Transparent mit „Judas“ als vor Jahren Darius Wosz im Team der Gäste (Hertha?) an die Castroper Straße zurückkehrte. Nach den Krawallen in Hannover drohten Fans, der Mannschaft jetzt auch gleich mal Prügel an, wovon ich eine Aufnahme gemacht habe:

Auf dem unteren Transparent ist zu lesen: „HANNOVER WAR ERST DER ANFANG – BALD GEHTS EUCH AN DEN KRAGEN!!!“ Mit dem Verweis auf Hannover kann ich das nur als Anspielung auf körperliche Gewalt verstehen. Das gefällt mir nicht.

Und der Verein, also das Zusammenspiel von Funktionären und Mitgliedern, ist ebenfalls eine Katastrophe. Nach dem unrühmlichen Rauswurf von „Präsident“ Altegoer – so sehe ich das – hat sich der Laden noch nicht gefangen. Neuester Hoffnungsträger ist Alt-Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber. Der andere Strahlemann ist Frank Goosen, den eine Satire neulich zum zukünftigen Oberbürgermeister 2020 für Bochum kürte. Aber diese Vorgänge im VfL müssen nicht nur rühmlich sein. Sie sind in aller Munde. Ein Wattenscheider Apotheker, selbst bekennender VfL-Anhänger, sprach mir sein Mitgefühl aus, als er mich noch mit Fanschal erwischte. Meinte mir auch noch jemand erzählen zu müssen, hinter all dem Theater steckten die JUSOS. Wie gerne würde ich diese eindimensionale Erklärung akzeptieren. Es gibt viel Getratsche.

Was beleibt mir zu hoffen? 1. Den Abschluss der Neuaufstellung bei den Funktionären. 2. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. 3. Das Ende der Saison. 4. Einen Austausch von großen Teilen der Mannschaft. Kurz: Ein vollständiger Neuanfang. Seufz.
Lars Lammert versuchte heute Hoffnung zu verbreiten, dass es dem VfL in einer früheren Saison zu Weihnachten schon einmal sehr schlecht ging, er dann aber dennoch wieder aufgestiegen sei. Die Worte hör‘ ich wohl …

Nachtrag: Ralf Ritter fasst für die WAZ den Zustand nach dem Samstagspiel zusammen als „Die Stunde Null beim VfL Bochum“. Da find‘ ich mich wieder.